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Botswana

30.07.07: (Kwando -) Ngoma - Kasane

Elefanten am Chobe River

Nachdem wir die namibische Grenze passiert hatten, führte uns die Ngoma Brige über eine langgezogene Linkskurve über den Fluss mit den vielen (den meisten?) Namen. In Angola heißt er Cuando, im Caprivi-Gebiet Kwando (na da waren wir doch die letzten Tage!), im westlichen Grenzgebiet zu Botswana Mashi, dann wechselt er seinen Nord-Südlauf nach Nordosten und heißt nun Linyanti und ab dem Liambesi Lake wird er zum Chobe. Und kaum hatten wir den Chobe überquert, machte die Straße eine 90°-Biegung und eine Afrikanerin mit traditioneller Figur hielt uns an. Wir mussten mit unserem Auto durch ein Desinfektionsbecken, um die Reifen zu waschen, obwohl die Brühe so dreckig war, dass man an ihrer Desinfektionswirkung berechtigte Zweifel haben konnte. Als wir durch waren, dachten wir, der Käse wäre gegessen. Doch weit gefehlt, nun waren wir dran und mussten unsere Schuhe eintunken. Und der Käse war immer noch nicht gegessen. "Mma. Ramotswe" fragte uns, ob wir keine weiteren Schuhe im Auto hätten. Wir stellten uns zunächst dumm und taten so als ob wir sie nicht verständen, denn wir hatten keine Lust unser sämtliches Schuhwerk durch die braune Brühe zu ziehen. Doch wir waren wohl nicht die ersten Touristen, die mit dem "Don´t understand"-Trick versuchten durchzukommen. Sie bleib hartnäckig! Gott sei Dank hatten wir unsere weiteren Schuhe, vor allem die Sandalen, in verschieden Taschen. Erst als jeder ein weiteres Paar "geopfert" hatte, entließ sie uns aus ihren Klauen.

Der Grenzübergang ging auf dieser Seite schnell und problemlos. Wir brauchten nur 1 (in Worten: ein) Formular auszufüllen. Die Einreisegebühr konnte man in Pula (40), in Rand oder in Namibia-Dollar (!!!) bezahlen (je 60). Wir taten es in Rand und erhielten - da nicht passend - gerade soviel Pula zurück, dass wir davon später ein paar Postkarten inklusive Briefmarken kaufen konnten.

Gegen halb drei trafen wir in Kasane in der Chobe Safari Lodge ein, in der wir für die nächsten 2 Nächte eines der neuen Safarizimmer gebucht hatten. Das Einchecken ging bei einem Begrüßungstrunk problemlos, ebenso die anschließende Fixierung der Pirschfahrt am nächsten Morgen von 6 - 9 Uhr (Alternativen: 10 - 13 und 15 - 18 Uhr) und der Bootsfahrt am nächsten Nachmittag von 15 - 18 Uhr - für die wir bereits Vouchers besaßen - sowie die Buchung des Transfers nach Kasane am übernächsten Tag. Das Gepäck wurde uns selbstverständlich aufs Zimmer gebracht. Das neue Safari-Zimmer war das beste was wir bislang hatten, mit einem freistehenden Bett von dem man direkt auf den Chobe River blicken konnte. Wir hatten das Glück, dass unser Zimmer im Erdgeschoß des zweistöckigen Gebäudes lag und wir so direkt über die Terrasse in den Gartenbereich und an den Fluss gelangten.

Chobe Safari Lodge Chobe Safari Lodge Chobe Safari Lodge Chobe Safari Lodge

Nun mussten wir uns noch von unserem Mietwagen verabschieden. Da wir ihn in Katima Mulilo bis Oberkante Unterlippe gefüllt hatten, stand die Tankanzeige immer noch auf "voll" und wir konnten, ohne noch mal Tanken zu müssen, direkt zum wenige Kilometer entfernten Flughafen fahren, wo sich das AVIS-Büro befand. Wir erzählten der netten Dame unsere Reifenerlebnisse und sie machte sich von allen Papieren eine Kopie. Da ihr Internetanschluss gerade "down" war, nahm sie telefonisch Kontakt nach Kapstadt auf. Aber auch in Kapstadt war angeblich alles "down". Daher konnte man den Kontrakt nicht abschließen und uns eine Endabrechnung stellen. Man schlug uns vor, diese an unsere Heimatanschrift zu senden, was Fried nach allem aber zu unsicher war. Er wollte noch in Kasane wissen, welcher Betrag ihm schließlich von der Kreditkarte abgebucht würde. Also einigten wir uns darauf, dass wir am nächsten Tag hierüber Bescheid bekämen. Da die nette Dame nun Feierabend hatte, brachte sie uns noch in ihrem Privatwagen zurück zur Lodge.

Mit dem Hyundai Tucson waren wir an diesem Tag noch 268 km gefahren, womit wir mit ihm auf insgesamt 5.979 km kamen. Zählt man die 240 km mit dem VW Polo in und um Kapstadt dazu, betrug unsere selbst gefahrene Gesamtstrecke 6.219 km.

Wir erreichten die Lodge gerade rechtzeitig, um von unserer Terrasse einen schönen Sonnenuntergang zu erleben. In der Chobe Safari Lodge fanden während unserer Besuchszeit umfangreiche Umbaumaßnahmen statt, wovon wir - da in einem anderen Bereich des großen Lodgegeländes untergebracht - aber mit einer Ausnahme nichts mitbekamen: Frühstück und Abendessen wurde in einem provisorischen Restaurant im Freien mit einem Zeltdach serviert. Dies erhöhte aber eher das Afrika Feeling. Es gab eine täglich wechselnde Suppe, eine Salattheke, eine Wok-Bar, ein Fleischbuffet und ein Nachtischbuffet mit Süßem und Käse. Alles vorzüglich!

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31.07.07: Kasane (Chobe NP)

Um Viertel nach fünf standen wir auf (und das im Urlaub !!!), denn um sechs begann die Pirschfahrt. Die Formalitäten am Parkeingang erledigte unser Fahrer. Kaum kamen wir unten am Chobe-Ufer an, ein Aufschrei von ihm: "Ein Leopard!" Doch wir sahen nichts, denn er war schon wieder im Gebüsch verschwunden. Über Funk gab er die Sichtung durch und nach wenigen Minuten waren die Safari-Wagen anderer Lodges bei uns und es begann eine regelrechte Jagd immer um die Buschgruppe herum. Vor einem Baum am Rand der Buschgruppe konnte man Schleifspuren sehen und in der Astgabel hing ein Kudu, die Beute des Leoparden. Wir hatten ihn wohl beim Essen gestört. Unser Fahrer meinte, hierhin käme er wohl erst am Nachmittag zurück. Aber er war sich sicher, dass er noch im Gebüsch sei. Als alle anderen schon aufgegeben hatten und weggefahren sind, kam der Leopard kurz aus einem Gebüsch und huschte ins nächste und dann noch einmal. Nun hatten wir also auch einen Leoparden gesehen. Welch ein Anfang, was sollte noch kommen?

Leopard vor Sonnenaufgang Wasserbüffel Löwe Pavian

Nun zunächst einmal kam die Sonne. Und mit ihr wurde es zunehmend wärmer. Wir sahen u.a. viele Impalas, (noch) schlafende Elefanten und Wasserbüffel. Gerade beobachteten wir eine Giraffe beim Frühstück, als der Buschfunk quäkte. Eine andere Gruppe hatte Löwen entdeckt, die gerade einen Wasserbüffel verspeisten. Der Standort wurde durchgegeben und nichts wie hin. Ein Löwe war gerade genüsslich am Knabbern und Kauen, während andere in einem Abstand warteten oder schon gesättigt war. Bei einer Kaffee-/Teepause am Chobe hörten wir plötzlich ein großes Geschrei vom Uferbankett. Bei einer Pavianfamilie hing wohl der Haussegen schief, was nicht nur bei Pavianen vorkommen soll. Zum Abschluss sahen wir aus der Ferne eine Hippohorde am Flussufer stehen. Diese Pirschfahrt war ein echtes Erlebnis!

Gegen halb zehn waren wir zurück in der Lodge und gingen als Erstes zu unserem Frühstück. Anschließend legten wir uns zum Lesen auf die Terrasse bzw. ins Grüne davor. Ein Warzenschein kam vorbei und suchte im Rasen nach Trüffel. Affen schwangen sich von Baum zu Baum, ärgerten sich gegenseitig und ein paar Zebramangusten.

Gegen halb zwei rief dann AVIS-Kasane und gegen halb drei AVIS-Kapstadt an. Einige der Einzelposten stimmten überein andere nicht. Die Summe der jeweils genannten Einzelposten ergab in beiden Fällen nicht die genannte Endsumme. Die allerdings war in beiden Fällen gleich. Es schien so, dass sie den nach Sesrim gebrachten Reifen nicht berechnet hatten, dafür aber die in Swakopmund abgeschlossene Reifenversicherung rückwirkend ab Kapstadt. Da der genannte Endbetrag etwas niedriger war (wenn auch nur geringfügig) als Fried berechnet hatte, stimmte er schließlich um des lieben Friedens Willen zu. Wir waren ja schließlich in Afrika.

Um 15:00 Uhr starteten wir zur Bootsfahrt auf dem Chobe und bekamen wieder eine Vielzahl an Tieren zu Gesicht, die meisten nur wenige Meter von uns entfernt, wie Wasserbüffel, Krokodile, Hippos, Elefanten, Fischadler, Nimmersatt und viele andere Vögel. Auch den Leoparden bekamen wir - wenn auch in einiger Entfernung von der Flussmitte aus - mit dem Fernglas noch mal zu sehen. Er hing jetzt in "seinem" Baum mit dem gerissenen Kudu. Der Tag neigte sich zu Ende und plötzlich stürzten mehrere Elefantenherden aus dem Busch ans Flussufer für ihren Gute-Nacht-Trunk. Welch ein Anblick, an die hundert Elefanten in Reih und Glied. Natürlich sollte auch diese Fahrt mit einem Sonnenuntergang gekrönt werden. Doch kurz bevor es soweit war, zog starker Dunst am Horizont auf und die Sonne verblasste.

Nimmersatt Krokodil Elefant Fleischklöpse

An diesem Abend fanden dann während des Abendessens auch hier afrikanische Gesangs- und Tanzdarbietungen statt.

Weitere Fotos und Videoclips vom Chobe NP in Botswana stehen in der Bildergalerie.

Danach gespannt, was wir in Zimbabwe erlebten? Dann hier klicken!

Links und Tipps:

Chobe Safari Lodge, P.O.Box 10, Kasane, Botswana,
Tel:+267 - 625 0 336, Fax:+267 - 625 0 437,
www.chobesafarilodge.com, gebucht über Explorer: Safari-Zimmer (!)
EUR 75,- pro Person/Nacht incl. Frühstück + Abendessen;
Pirschfahrt EUR 25,-, Bootsfahrt EUR 21,- je pro Person;
vor Ort: Transfer Kasane - Victoria Falls USD 60,- pro Person, Kreditkarte


Fotos: eigene Werke.

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