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Buschmannland

23.07.07: Etosha NP - Buschmannland

Nach dem Frühstück in der Etosha Aoba Lodge machten wir uns zunächst wieder auf 10 km lange Zufahrtspad. Diesmal benötigten wir nur 20 Minuten. Dann gings´s gemütlich nach Tsumeb wobei wir den Otjikotosee ohne Besichtigung passierten.

Tsumeb

Die Stadt Tsumeb verdankt ihre Existenz den reichhaltigen Mineralvorkommen. Schon die San (Buschmänner) fanden hier dicht unter der Erdoberfläche lagernde Malachit-Vorkommen und gewannen hieraus im sogenannten "Termitenofen-Verfahren" (dabei wurden Termitenhügel wegen ihres besonderen Belüftungssystems als einfache Hochöfen benutzt) Kupfer. Dies tauschten sie mit den nördlich siedelnden Ovambos gegen Tabak ein, die wiederum aus dem Metall kunstvolle Ringe und Halsketten schmiedeten. Noch heute dominiert der alte Förderturm die Hauptstraße. Tsumeb wird auch als "Gartenstadt" bezeichnet, da die Stadt über reichlich Grundwasser verfügt. Eine Wohltat für unsere Augen war der grüne Park gegenüber der katholischen Kirche St. Barbara, die von einer blühenden Hecke umgeben war.

Arts Performance Center Tsumeb

Während Frauke nach unserem kurzen Hauptstraßenrundgang ein Internetcafé aufsuchte, machte Fried sich auf die Suche nach dem Arts Performance Center der Schweizerin Lis Hidber. Er hatte im Internet gelesen, dass nach den Erfolgen der APC in Oshikuku und Omagalanga der Stadtpräsident von Tsumeb ein großes Grundstück zur Verfügung gestellt hat mit der Bitte, hier ebenfalls ein APC für Straßenkinder und arbeitslose Jugendliche zu gründen. Die im Internet angeführte Adresse stellte sich zwar als die Privatanschrift von (der nicht anwesenden) Lis Hidber heraus, doch Nachbarn konnten ihm mit Händen und Füßen den Weg ein paar Querstraßen weiter weisen (siehe Infokasten). Auch hier war das Büro verschlossen, so dass er der zuhörenden Musik folgte. Als Fried erklärte, dass er im Internet Ausschnitte aus ihrer CD mit Marimba-Musik gehört hätte und nun gerne diese CD kaufen würde, war man etwas ratlos; denn die Leitung war wohl abwesend. Doch man machte sich flugs auf die Suche nach einem Exemplar. Zurück kam man nicht nur mit einer CD sondern auch mit einem Player, denn vor dem Verkaufen wurde erst überprüft, ob die Scheibe auch funktionierte. Inzwischen waren noch einige junge Afrikaner dazu gekommen und Fried fragte, ob er ein Gruppenfoto von Ihnen machen dürfte. Das wurde strahlend akzeptiert und anschließend erhielt er als Dank für sein Interesse ein kleines Privatkonzert. Man konnte sehen, dass diese jungen Leute Spaß an der Musik haben.

Abschließend füllten wir noch mal an der großen Tankstelle den Wagen auf und nahmen in der an sich sauber aussehen Snackbar einen Imbiss der absolut "schlechten" Kategorie zumindest teilweise zu uns.

Hoba-Meteorit

Auf dem Weg nach Grootfontein war für mich als Metallurge natürlich eine Besichtigung des Hoba-Meteoriten eine Pflichtübung. Er enthält ungefähr 82,4 % Eisen, 16,4 % Nickel und 0,76 % Kobalt. Andere in ihm enthaltenen Spurenelemente sind Kohlenstoff, Schwefel, Chrom, Kupfer, Zink, Gallium, Germanium und Iridium. Wissenschaftlich wird er als nickelreicher Ataxit bezeichnet. Er ist beinahe 3 m lang und bis zu 1 m dick. Trotz seines Gewichtes von 55 t soll das Ungetüm bei seinem Einschlag vor 80.000 Jahren keinen Einschlagkrater hinterlassen haben - ein Phänomen, das bis heute nicht geklärt werden konnte. Na ja, auf jeden Fall muss man sich hier keine Sorgen machen, dass den mal schnell ein Tourist als Souvenir mitnimmt.

In Grootfontein füllten wir nur unsere Wasservorräte auf, danach ging´s weiter auf der B8 Richtung Rundu. Direkt an der Abzweigung der C44 bogen wir links ab zu Roy´s Camp, wo wir eine Unterkunft für 2 Nächte gebucht hatten. Zunächst spülten wir mit einem leckeren Savannah Dry (oder waren es mehrere?) die 266 Kilometer dieses Tages herunter, bevor uns Heinrich eine rustikale 1-Raum-Rundhütte zuwies. Die Dachkonstruktion der Hütte wurde mehr oder weniger durch einen abgestorbenen Baumstamm in der Raummitte getragen. Das Waschbecken war offen im Wohn-Schlafbereich, Dusche und WC allerdings durch eine brusthohe Mauer etwas abgetrennt. Afrikanisches Buschfeeling pur!

Roy´s Camp Roy´s Camp Roy´s Camp Roy´s Camp

Beim leckeren Abendessen mit Hähnchen, Bohnen und Süßkartoffeln lernten wir ein junges deutsches Paar und einen Niederländer mit einer sehr jungen Reisebegleiterin kennen, die aber nicht seine Tochter war, wie er stolz anmerkte. Alle wollten wir am nächsten Tag den San in deren Ju/Hoansi Historic Living Village / Grashoek einen Besuch abstatten.

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24.07.07: Buschmannland (Grashoek)

An mehreren Stellen hatten wir gelesen, dass die letzten 6 km nur mit einem 4x4-Fahrzeug oder einem "sanderfahrenen" Fahrers eines 2x4 möglich sei. Da uns diese Erfahrung fehlte, hatten einen Transfer bei unserer Buchung für Roy´s Camp gleich einen Transfer für nicht unerhebliche 1.250,- NAD mitgebucht. Heinrich meinte jedoch, das Geld könnten wir uns sparen. Wir müssten nur konstant im 2. Gang 40 km/h fahren. Wir würden das schaffen. Und falls doch etwas schief ginge, müssten wir nur rufen, die San kämen dann helfen. Da wir die Ersten waren, die aufbrachen und Deutschland und Niederlande, jeweils mit einem 4x4 ausgerüstet, hinter uns wussten, wagten wir es.

im Sand

Die ersten 75 km auf der C44, einer guten Schotterpiste, fuhren sich natürlich problemlos. 500 m hinter dem Veterinärzaun wurde der 2. Gang eingelegt, der Wagen auf 40 km/h gebracht und ab ging´s nach links in die Sandpiste. Adrenalin begann zu schießen. Das Herz klopfte und es ging gut - jedenfalls 5,5 km lang. Dann wurden wir schlagartig langsamer und eh Fried reagieren konnte, standen wir mitten im Bush. Buddeln, wie in Torra Bay half nicht. Auch Zweige unterlegen brachte nichts. Einer musste den halben Kilometer zu den San. Wir entschieden, dass Frauke den Laufjob übernahm, während Fried auf eine Abschleppung durch die nachfolgenden 4x4 wartete. Hierzu räumte er Äste und sonstiges Gestrüpp neben unserem Wagen fort, damit man zum Abschleppen erst mal an uns vorbeikam. Kaum war er fertig, kam das deutsche Pärchen, hielt an, machte eine dumme Bemerkung und fuhr weiter. Er konnte nur ungläubig hinter ihnen her sehen.

Inzwischen hatte Frauke nach dem halben Kilometer auf einem Schild gelesen, dass hier zwar das historische Dorf, man sich zum Besuch aber 1 km weiter anmelden müsse. Auf dem Weg dorthin fuhr das deutsche Pärchen an ihr vorbei. "Der Wagen sei voll und man könne sie nicht mitnehmen." Immerhin besaßen sie soviel Anstand, dass sie den San von unserem Maleur erzählten, so dass ihr 100 m vor der Rezeption ein 6-Mann-Hilfstrupp entgegen kam. Für sie hieß das, den sandigen und schwer begehbaren Weg wieder zurück. Auch die San bemühten sich zunächst vergebens unseren Wagen in Fahrt zu bekommen, doch dann erschien wie aus heiterem Himmel aus Richtung San-Dorf ein Toyota Truck. (Der Fahrer hatte den San wohl zufällig etwas geliefert und war gleich losgeschickt worden.) Nun war alles sehr einfach und wir waren in Null Komma Nichts im Schlepptau bei der Rezeption, wo wir unseren Wagen abstellten.

San-Frau mit Kind

Die San bieten verschiedene Programme mit unterschiedlicher Dauer zu unterschiedlichen Preisen an. Wir hatten uns schon im Vorhinein für das volle Programm, d.h. den sog. "Action Day" entschieden. Jede Besuchergruppe bekommt einen eigenen Führer und eine eigene Gruppe Buschleute. Die Führer waren Anfang 20 und sprachen auf Grund ihrer Schulkenntnisse gut englisch und waren auch "normal" angezogen. Die Protagonisten sprachen nur ihre Stammessprache und auch nur ganz traditionell einen Lendenschurz. Gespräche mit ihnen gingen entweder mit Hand und Fuß oder wurden durch den jeweiligen Führer gedolmetscht.

Während sich die Sans parallel durch den Busch auf zum Schauplatz machten, um schnell ihre Ketten und sonstigen Souvenirs herzurichten, hieß es für uns den Kilometer wieder zu Fuß zurück zu laufen. Doch auch für das deutsche Pärchen hatte deren Programm noch nicht begonnen. So überholten sie uns wieder in ihrem 4x4 mit einem schadenfrohen "Wir dürfen fahren!", wobei sie diesmal Platz in ihrem Fahrzeug für ihren Führer hatten. Aber auch den San war das Verhalten dieses Paares aufgefallen und sie fragten uns im Laufe des Tages, warum sie uns nicht geholfen hätten. Auf unser Achselzucken schütteln sie nur den Kopf.

San auf der Jagd

Der "Action Day" war ein Erlebnis. Als Erstes zeigten sie uns wie man primitiv durch Reibung Feuer macht, denn Feuer brauchten sie für ihre Pfeifen und die waren praktisch im Dauereinsatz. Uns fiel auf, dass die San fast permanent husteten. Wir führten das zunächst aufs exzessive Rauchen zurück. Doch später hörten wir, dass TB unter den Buschleuten sehr verbreitet sei und sie dagegen vom Staat Medikamente erhielten. Dann führten sie uns in den Busch. Sie bauten eine Vogelfalle auf und führten uns ihre Funktionsweise vor. Dann zeigten sie uns wie sie mit Pfeil und Bogen auf Jagd gehen. Nach getaner Arbeit wurde wieder Feuer gemacht, eine Pfeife angezündet und rundum gereicht. Gott sei Dank boten sie sie uns nicht auch an. Heute rauchen die San Tabak, früher verqualmten sich u.a. Hasenkötel (norddeutsch für Kotklümpchen vom Hasen). Interessant war die Pfeife selbst. Sie besaß wie bei uns zwar einen Stil, doch gezogen wurde durch den dicken Pfeifenkopf, an dessen unteren Seite eine Höhlung für den Tabak war.

bei der Schmuckherstellung

Zurück im Lager musste Frauke Perlen anfertigen. Mit einem dicken Meißel sollte Straußeneischale in eine runde Form gebracht werden. Als Frauke dachte fertig zu seine, stellte sich die ältere San aber sehr kleinlich an und gab ihr zu verstehen, das müsse noch viel kleiner werden. Als sie dann Gnade walten ließ, war Frauke aber noch nicht fertig, denn nun hieß es mit einem angespitzten Draht ein Loch in die Scheibe zu bohren. Danach durften wir dann beide Feuer machen, was sich für uns Städter als gar nicht so einfach herausstellte. In der Asche des ersten Feuers waren in der Zwischenzeit Nüsse geröstet worden, die wir natürlich probieren musste. Nicht nur essbar sondern recht schmackhaft war die dünne Außenschale.

Während des Buschrundganges hatte man uns erklärt, aus welchen Materialien (Zweige usw.) sie Pfeil und Bogen machten. Nun fertigten sie einen für uns. Zuerst wurde die Sehne auf den Männerschenkeln gerollt, dann der Bogen geschnitzt. Dass alles wurde von einem älteren San mit monotonem Gesang und Ding-Dong-Ding-Dong auf einer Leier musikalisch begleitet. Schließlich musste der Bogen ausprobiert werden, zuerst von ihnen und dann natürlich von uns. Nach dem wir auch die Übung geschafft hatten, wurde uns Pfeil und Bogen feierlich als Geschenk überreicht.

Tanz der San

Anderen Besucher an diesem Tag hatten wohl kürzere Programme gewählt, denn die Zahl an Buschleuten um uns herum nahm immer mehr zu. Als Nächstes führten sie uns ihre Spiele zum Zeitvertreib vor. Bei einem Ballspiel liefen die Buschfrauen umher und warfen, sich den Ball zu, wobei der nicht auf die Erde fallen durfte. Nach einer gewissen Zeit sprang ein Buschmann in den Kreis und versuchte den Ball abzufangen. Als ihm das gelungen war, war das Spiel beendet. Danach führten sie einen Ringeltanz auf, der z.B. bei Besuch aus anderen Dorfgemeinschaften getanzt wird.

Krönender Abschluss war ein Männertanz. Hierbei brachten die Buschmänner mit dem Rücken zum Feuer ihre Pobacken und hinteren Oberschenkel zum Zucken. So etwas hatten wir noch nicht gesehen. Nachmachen unmöglich!!! Es schien auch sehr anstrengend zu sein. Obwohl die Buschfrauen ihre Männer durch Klatschen und Rufen zu immer höheren Leistung anspornten. Immer wieder musste der ein oder andere die Übung abbrechen, kurz verschnaufen, einen Schluck aus der Pfeife nehmen, (sich in Trance bringen?) um dann mit leisem Gesang weiter zu machen.

Männertanz der San

Ich weiß, dass einige das Ganze als peinliche Zurschaustellung und Erniedrigung für Touristen sehen. Man kann es aber auch wie wir als eine Möglichkeit für die San sehen, sich ihre alte Kultur zu erhalten und gleichzeitig genügend Mittel zu erwerben, um zu Leben. In Grashoek hat sich die San-Gemeinschaft in mehrere Gruppen aufgeteilt. Jeden Tag arbeitet abwechselnd eine andere. Die Einnahmen aus den Vorführungen werden ebenfalls gedrittelt. Ein Drittel erhält die Tagesmannschaft, das zweite Drittel teilen sich die jeweils nicht arbeitenden Gruppen und das 3. Drittel wird für Notzeiten zurückgelegt. Bevor es an den Rückweg zum Auto ging, führte man uns natürlich noch zu einem Verkaufsstand mit diversem Schmuck sowie edleren Bögen und Köchern. Angenehm war, dass sie sich hierbei diskret im Hintergrund hielten. Als es ans Bezahlen ging, trat ein San zum Kassieren vor, wobei er für jedes Stück den Preis und den Namen des Erstellers in eine Kladde eintrug; denn dieses Geld wird direkt zugeteilt. Nicht nur aus sozialen Gründen (hier besonders) sondern auch weil es ein unvergesslichen Erlebnis ist, können wir jedem, der in diese Gegend kommt, einen Besuch der San von Grashoek nur empfehlen.

Für uns war das Abenteuer aber noch nicht zu Ende, denn wir mussten ja noch zurück und am Auto wartete eine weitere Überraschung auf uns, denn hier standen 1 Mann, 2 Frauen, 4 Kinder und Gepäck. Man erklärte uns, dass sie zur Polizeistation an der C44 müssten, und fragten, ob wir sie mitnehmen könnten. Wir dachten kurz an die rechtlichen Konsequenzen, wenn in dem dann überfüllten Auto etwas passieren würde. Da aber die San uns morgens sehr geholfen hatten, schoben wir den Gedanken schnell bei Seite. Wir zeigten ihnen nur unsere Rückbank, die mit den beiden Reserverädern praktisch voll war. Doch flugs saßen die beiden Frauen und die vier Kinder samt Gepäck auf, über, unter und zwischen den Rädern auf und vor der Rückbank. Als sich dann der übrig gebliebene Mann neben Frauke auf den Beifahrersitz quetschen wollte, lehnte sie das vehement ab. Auch das Angebot, dass er sie auf den Schoß nehmen wollte, fand ebenso ihre Ablehnung wie das, dass sie ihn auf den Schoß nehmen sollte. Kurzes Palaver! Dann wurde akzeptiert, dass er zurückbleiben musste, und ein Teil des Gepäcks wieder ausgeladen. Nun konnte es losgehen.

Man versuchte uns noch einen anderen Weg zurück zur C44 zu erklären, zwar auch sandig aber besser. Als wir ob der Komplexität nur noch verständnislos schauten, hieß es die Frauen würden den Weg kennen. Die Anweisungen kamen in San Sprache, per Schulterklopfen oder Handzeichen: rechts, links, links, rechts, 100 Abzweigungen und Richtungswechsel. Und dann passierte, was passieren musste, Fried fuhr links statt rechts und landete in einen Mini-Farmhof. Dort wurde nun "Hennen rennen!" gespielt und die Frauen kreischten und zeigten ganz hektisch in alle Richtungen. In solchen Momenten glaubt man nicht wie schnell 40 km/h sind. Mal hatten wir Gras unter uns, mal Sand, das Auto hüpfte, doch irgendwie fanden wir auf die richtige Pad zurück. Dann - oh Schreck - tauchte vor uns ein langsamer Eselskarren auf. Doch just in dem Moment teilte sich die Pad in zwei Fahrspuren auf und der Eselskarren fuhr auf die andere, so dass wir ihn passieren konnten. Kurz danach war die "Überholspur" zu Ende und es ging wieder einspurig weiter durch den Busch. Nein - was war das? Eine Kuhherde! Die sah uns kommen und begann Stampede gleich zu rennen. Doch die letzte Kuh war einfach zu langsam. Die Büsche neben der Pad hatten sich zwar etwas zurückgezogen, dafür gab´s da aber nur Sand Platz. Was tun? Die Kuh auf den Kühler nehmen oder ab in den Sand. Fried entschied mich für Letzteres. Und der Wagen wurde wieder langsamer. Heinrichs Ratschlägen zum Trotz haute er den 1. Gang rein. Der Wagen nahm wieder Geschwindigkeit auf, aber nur kurzfristig. Mit dem Absterben machte er noch einen letzten Hüpfer und wird landeten im wahrsten Sinne des Wortes mit ihm auf der C44. Durchatmen!

Nun ging´s gemütlich auf Schotter weiter. An der Veterinärstation gaben die Frauen keine Zeichen. Das war also nicht die gemeinte Polizeistation. Nach 10 - 15 km kamen wir an einem Anwesen mit namibischer Flagge vorbei. Hinten begann ein riesiges Palaver. Eine meinte, das wäre es, die andere meinte nicht und sie setzte sich durch. Also weiter. Nach ungefähr weiteren 20 km wieder ein paar Häuser mit namibischer Flagge. Nun war man sich einig, am Ziel zu sein. Frauen und Kinder krochen aus dem Wagen. Das Gepäck kam auch noch irgendwo hervor. Man bedankte sich herzlich - wir glauben es jedenfalls, denn verstehen konnten wir sie ja nicht. Kaum waren wir losgefahren, wurden erstmal sämtliche Fenster aufgerissen, denn im Wagen hatte sich ein beißender Geruch breit gemacht.

Am späten Nachmittag erreichten wir wieder Roy´s Camp und suchten gleich die Bar auf; denn heute waren wir nicht nur 167 km gefahren, sondern hatten auch viel erlebt. An der Bar trafen wir den Niederländer wieder. Auch er war bei den San gewesen, aber nur kurz. Da er die Stelle gesehen, wo wir stecken geblieben waren, fragte er sofort, ob das Pärchen, das ja direkt nach uns gefahren wäre, uns abgeschleppt hätte. Als wir ihm die Geschichte erzählten, bekam er große Augen und sagte: "Aber das waren doch auch Deutsche!" Nun es gibt eben solche und solche und wir haben durch sie jedenfalls etwas zu erzählen. Der insgesamt gelungene abenteuerliche Tag wurde dann durch Pootje Kos und Mince Pie abgerundet.

Weitere Fotos und Videoclips von Tsumeb bis zum Buschmannland stehen in der Bildergalerie.

Danach gespannt, wie es im Caprivi weiter geht? Dann hier klicken!

Links und Tipps:

Roy´s Camp, 56 km nördl. Grootfontein, B8 Abzweigung C44,
Tel./Fax: +264 - 67 - 240 302, www.swiftcentre.com/roys,
gebucht übers Internet: NAD 355 pro Person / Nacht incl. Fühstück,
Abendessen NAD 95,- pro Person, Barzahlung

Ju/Hoansi Historic Living Village, Grashoek, Bushmanland,
von B2 ca. 75 km auf C44 Richtung Zumkwe, 500 m hinter Veterinärzaun links ab auf Sandpiste (nur 4x4 oder "erfahrener Sandfahrer" mit 2x4),
"Action Day", 4 - 8 h, NAD 250,- pro Person, Barzahlung
Ju/Hoansi Museum Program,

Arts Performance Center Tsumeb, Plot 920, Linekela Kalenga Rd,
Tsumeb, www. apcnamibia-lis.ch/apc.php,
Lis Hidber, erf. 197 / Augustinusroute 2, P.O.Box 223, Tsumeb,
Tel. +264 - 67 - 22 25 20


Fotos: eigene Werke.

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