Mitte der 90er Jahre plante das Bayernwerk München den gesamten im Freistaat Bayern anfallenden Klärschlamm in bis zu drei zentralen Anlagen zu vergasen. Auf Grund einiger Versuchsreihen in einer Pilotanlage zeigte sich das CONTOP®-Verfahren als hierzu höchst geeignet.

Für die zuerst geplanten zwei Standorte wurden CONTOP®-Anlagen für Kapazitäten bis 20 t/h Klärschlamm mit einem Heizwert von 8,5 - 14 MJ/kg konzipiert. Dies entsprach einer thermischen Anlagenleistung von max. 57 MW. Der Klärschlamm sollte mit Sauerstoff vergast werden. Die Aschebestandteile wären aufgeschmolzen und in eine Schlacke überführt worden, die alle Laugungskriterien erfüllte und im Straßenbau einsetzbar gewesen wäre. Nach Quenchung des Zyklongases wäre das Synthesegas mit ca. 45 % CO und 25 % H2 gereinigt worden, wobei ein Schwefelprodukt mit 99,999 % Reinheit angefallen wäre. Das gereinigte Synthesegas sollte dann bei Niedertemperatur mit Luft so verbrannt werden, dass keine weitere Abgasreinigung nötig gewesen wäre. Die Wärme aus der Niedertemperaturverbrennung wäre in Dampf und dieser in Strom umgewandelt worden.

Massenfluss einer CONTOP®-Anlage zur Vergasung von Klärschlamm

Im Massefluss-Diagramm zeigt sich deutlich der Vorteil einer Gasreinigung nach einer Vergasung des Klärschlamms mit Sauerstoff gegenüber der nach einer Verbrennung mit Luft.

Auf Grund der plötzlichen Änderung der politischen Lage zu diesem Thema in der Bundesrepublick Deutschland wurden über Nacht die Vergabeverhandlungen abgebrochen und alle diesbezüglichen Projekte seitens des Bayernwerkes leider eingestellt.


CONTOP® ist eine eingetragene Marke der Siemens VAI Metals Technologies GmbH.
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